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Planfuro: 39 Mitarbeiter wechseln in Transfergesellschaft – Artikel aus der Heilbronner Stimme vom 16.2.2010

16.02.2010

Von Werner Tewes

Möckmühl - Die IG Metall, der Betriebsrat sowie die Geschäftsleitung der Firma Planfuro haben sich auf ein Eckpunktepapier zum Stellenabbau im ehemaligen Formenbauwerk der Firma Läpple in Möckmühl-Züttlingen geeinigt. Geplant ist, dass 39 der 97 Mitarbeiter Anfang März in eine Transfergesellschaft wechseln sollen. Das portugiesische Unternehmen hat zudem zugesagt, für zwei Jahre 85 Prozent der Tariflöhne der Betroffenen zu übernehmen.

Vorgesehen ist, die Planfuro-Transfergesellschaft an die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) der Firma Läpple anzugliedern: Beim Heilbronner Autozulieferer waren im vergangenen Jahr rund 250 Mitarbeiter in eine rechtlich eigenständige BQG mit angehängtem Personaldienstleister gewechselt. Über die Vermittlung in Zeitarbeit sollen nun auch die 39 betroffenen Mitarbeiter von Planfuro nah am Arbeitsmarkt bleiben.

Mit Hilfe von Fortbildungskursen sollen darüber hinaus die Chancen auf eine Neueinstellung erhöht werden. Genauso wie die Ex-Beschäftigten der Firma Läpple bekommen die Planfuro-Leute einen unbefristeten Arbeitsvertrag bei der BQG. "Wenn es mit dem Formenbau wieder bergauf gehen sollte, ist nicht ausgeschlossen, dass wir einen Teil der Mitarbeiter zu uns zurückholen", so der Geschäftsführer der Möckmühler Planfuro-Tochter Formenbau Züttlingen, Martin Urbon.

Geringe Auslastung

Das Unternehmen betont, dass es keine Alternative zum schnellen Stellenabbau gegeben habe. Erst im Dezember 2009 hatte Planfuro den Formenbau von Läpple gekauft. Laut dem Management liegt die Auslastung im Züttlinger Werk bei "nicht einmal zehn Prozent". Die Verluste würden sich Tag für Tag häufen. Kunden zögerten zudem mit der Vergabe von Aufträgen, solange die Lage nicht geklärt sei. "Ich denke, wir haben in Anbetracht der schwierigen Lage einen Kompromiss getroffen, mit dem alle Seiten leben können", so Urbon.

Keine Produktion

Um die Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen, will Planfuro die Fertigung aus dem Unterland abziehen und nach Portugal verlagern. Züttlingen soll als Kompetenzzentrum dienen: Service, Endabnahme, Korrekturen, Verkauf sowie Forschung und Entwicklung bleiben erhalten. Das Gelände soll laut Management vollständig weitergenutzt werden, die Maschinen am Standort bleiben. Mittelfristig plant die Firma sogar wieder mit Wachstum. "Dank der Umstrukturierung können wir positiv in die Zukunft blicken", sagt Urbon.

Auch die IG Metall und der für Züttlingen zuständige Läpple-Betriebsrat sehen in dem Eckpunktepapier "eine "sozialverträgliche Lösung". Zwar sei der Stellenabbau für jeden betroffenen Mitarbeiter bedauerlich, "aber wir hatten keine andere Wahl", sagt Läpple-Betriebsratschef Valentin Luschenz. Laut Kennern wäre die einzige Alternative zum Stellenabbau eine Schließung des Standorts gewesen.

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